Manchmal muss man sich entscheiden. Aber keinesfalls immer. © Rosemarie Voegtli under cc

Bekenntnisse werden aktuell wieder vermehrt verlangt, doch man kann sich nicht immer entscheiden. Es gibt sogar gute Gründe dafür, dass man es nicht sollte.

Die Zuspitzungen gehen quer durch alle Lager. Die politisch Linke hat ihre Grundsatzdiskussionen, genauer gesagt wirft die Urlinke anderen vor, zu Lifestyle Linken geworden zu sein, ein bisschen grün, ein bisschen queer, ein bisschen Multikulti und sich immer moralisch überlegen fühlend. Da wird um Quoten, korrekte Sprache und Gendersternchen gefeilscht, aber dass es Menschen gibt, die hungern und radikal unterbezahlt sind interessiert dabei nicht mehr. Sagen die einen, die anderen hingegen, dass es ein fundamentaler Irrtum sein, diese Themen als Luxus oder Lifestylefragen zu betrachten.

Die Diskussion ums Identitäre hat auch die SPD gerade hinter sich. Will man Identitätspolitik betreiben, also bestimmte Gruppen protegieren oder eher die Partei der Arbeiter und breitester Schichten sein? Thierse gegen Kühnert.

Die AfD ist unschlüssig ob die nun zurück in eine Welt der 1950er will oder ob die geistige Heimat eher in den 1930ern liegen soll.

Die CDU hat sich gerade entschieden weiter so mit dem weiter so zu machen, aber auch hier murrt die Basis. Die einen sehen darin einen Kurs der Modernisierung, die anderen eine der Aufgabe des Markenkerns.

In der FDP geht es oberflächlich ruhiger zu, doch hier sind es die alten Liberalen, die unzufrieden sind und mehr sehen wollen, als Freiheit allein für die Wirtschaft.

Einzig die Grünen, die für die Lagerkämpfe zwischen Fundis und Realos berühmt und berüchtigt waren, scheinen aktuell geeint, das Klimathema und die reale Möglichkeit die Macht im Staat zu ergreifen, sie verbindet.

Zuspitzungen und anderer Kitsch

Aber auch außerhalb der Politik spitzen sich die Meinungen zu, beim Dauerthema Corona in einer Art und Weise, dass manche kaum noch miteinander reden können. Panikmacher auf der einen, Covidioten auf der anderen Seite, oft heftig bemüht einander nicht zu verstehen. Das klappt ganz gut, weil wir es die Jahre davor schon immer mal wieder trainiert haben und so schreit oder schweigt man sich an, oder donnert den anderen mit vermeintlichen Belegen für die eigene Position zu.

Argumente zählen wenig, Bekenntnisse viel. Man sehnt sich zurück in die Normalität, die gute alte, das ist die Zeit bis Ende 2019. In der alles so harmonisch lief, dass die SPD bereits damals bedeutungslos war und die CDU deutlich unter 30% stand. Sieht Zufriedenheit so aus? Politisch zumindest nicht. Da waren Klima und die FfF Proteste die Themen, die die Gemüter erhitzten, sowie Sexismus. Aber auch Rassismus und die Rolle der Migranten, Clans und Einbrüche, Rechtsextremismus und Islamismus. Die gute alte Zeit eben.

Was war noch mal davor unser dringendes Problem? Dass wir alle so unpolitisch sind, alles so langweilig, die Nation wird nicht mehr angemessen unterhalten. Jetzt ist alles überpolitisiert, alles ist ein Statement, alle müssen eingeordnet werden. Sag’ mir wo du stehst: Bei MeToo, beim Rassimus, beim Islamismus, beim Klima, beim Veganismus, der SUV als politisches Symbol, die Maske, das vegane Schnitzel, die Lederjacke. Statements und Bekenntnisse überall. Alles muss sofort zugeordnet werden können, denn in Phasen der Regression lösen Ambivalenzen noch mehr Angst und Misstrauen aus, als gewöhnlich.

Alte weiße Männer seien problematisch, weil sie so oft diskriminieren, rassistisch und sexistisch sind. Dass der Terminus ‘alte weiße Männer’ selbst rassistisch, sexistisch und altersdiskriminierend ist, fällt dabei schon nicht mehr auf.

Um das ernsthaft zu vertreten bedarf es dann auch weiterer Kunstgriffe und Hilfshypothesen und die gibt es. Nur weiße Menschen können Rassisten sein und auch Sexismus funktioniert auch nur als Einbahnstraße. Männer können sexistisch sein, Frauen nicht. Im Grunde ist das schnell erkennbarer Unsinn.

Gemeint ist aber Folgendes: In Strukturen, in denen bestimmte Gruppierungen ein Übergewicht in den Institutionen und damit die Deutungshoheit inne haben, haben andere es schwer Gehör zu finden. Dahinter steht häufig die Macht der Gewohnheit. Man muss in gewisser Weise dafür sensibilisiert werden, dass das, was einem selbst – wenn man zur vermeintlich oder tatsächlich privilegierten Schicht gehört – überhaupt nicht auffällt, anderen Menschen sehr wohl auffällt. Dass diese nämlich diskriminiert werden. So sehr, dass sie mehr oder weniger stark darunter leiden können und mitunter auch objektiv benachteiligt sind.

Gemeint ist jedoch manchmal auch und das ist eine wirre ideologische Überspitzung, dass weiße Menschen die Probleme anderer gar nicht verstehen können. Dass man ihnen diese Fähigkeit anspricht, weil sie weiß sind, ist Rassismus. Dass man Männern die Fähigkeit abspricht sich überhaupt in die Lage von Frauen versetzen zu können, ist Sexismus. Man kann das beliebig fortsetzen, in der Behauptung, dass nur homosexuelle Menschen andere Homosexuelle verstehen können und genau das geht eben in Richtung einer Identitätspolitik die einerseits die Gesellschaft teilt, andererseits aber, dem Menschen die Fähigkeit zur Empathie generell abspricht.

Man kann einklagen, dass man sich bei der Empathie mehr Mühe geben sollte, doch dem Menschen oder einer Gruppe diese Fähigkeit rundweg abzusprechen, ist ein Bumerang, der einem selbst um die Ohren fliegt und der theoretisch nicht zu begründen ist. Wenn Kritiker das machen, was sie kritisieren, ist das ein performativer Selbstwiderspruch und vor allem nicht gerade überzeugend.

Warum wir uns nicht immer entscheiden müssen

Wenn man jene, die andere aus ideologischen Gründen gar nicht verstehen wollen mal weg lassen, stellt sich die Frage, was denn nun wichtig und was unwichtig oder zumindest nachrangig ist noch mal neu. Es ist ja tatsächlich so, dass, wenn sich die Lebensbedingungen auf der Erde so dramatisch ändern, dass sie in die Nähe einer Katastrophe rücken, die Frage nach einer tollen Ausbildung wirklich nachrangig wird.

Andererseits verhindert man es, effektiv weiter zu kommen, wenn man immer irgendwelche Szenarien entwirft, die wirklich wichtig sind und alles andere überstrahlen, weil ja erst mal die wirklich wichtigen gelöst werden müssen. Zumal jeder so seine eigenen Vorstellungen davon hat, was wirklich wichtig ist. Muss man erst mal den Neoliberalismus abschaffen oder gerade nicht? Gilt es Kriege zu verhindern, oder lohnen die sich ohnehin nicht mehr? Setzen wir alles auf Cyber und Online oder müssen wir davon eher wieder weg? Brauchen wir Gendersternchen oder Grundeinkommen?

Ken Wilber hat in Eros Kosmos die Unterscheidung zwischen grundlegend und bedeutend getroffen. Sie kann uns zur ersten Orientierung recht gut helfen. Grundlegendes und Bedeutsames stehen dabei in einem gegenläufigen Verhältnis. Was grundlegend ist, ist nicht sonderlich bedeutsam und umgekehrt. Es ist relativ banal, dass wir Nahrung und Schutz brauchen um zu überleben, klar, dass versteht jeder. Aber wir können nicht all unsere Fragen des Lebens anhand des reinen Überlebens abhandeln und wir sind froh darüber, dass die Frage ob wir den Tag überleben für die meisten von uns kaum eine Rolle spielt. Wir können uns anderem widmen: Musik, Grundlagenforschung und Radtouren. Das Bedeutsame ist halt nicht wichtig für das Überleben aber, wir brauchen beides. Zumal ja die Ergebnisse von Forschung und Diskursen wieder auf eine Verbesserung des grundlegenden Bereiche und Versorgung zurück wirkt, oder es zumindest hier und da sollte. Wir können und müssen es vermutlich noch differenzierter betrachten.

Wenn Kultur das ist, was den Menschen vom Tier trennt, dann ist Kultur eines unserer Grundnahrungsmittel und eben nicht das, was dann irgendwann mal kommt, wenn der Magen gefüllt und die Wohnung eingerichtet ist. Wenn ‘das Spiel des Gebens und Nehmens/Verlangens von Gründen’ das ist, was der Philosoph als das typisch Menschliche heraus destilliert, ist das ebenfalls sehr fundamental kulturell.

Kultur ist nicht das an sich Vernachlässigbare. Fundamental ist aber auch der Modus der Sorge, er bildet nicht den Gegenpart der Kultur, sondern ist eine ihrer Ausdrucksformen. Die Natur, das wusste schon Freud, meint es nicht gut mit uns, dennoch wird sie vergöttert, die Kultur nur selten. Ist doch der Treibverzicht eine Kulturleistung und eine Zumutung. Der Lohn ist, als einer von uns angesehen zu werden, Anerkennung und Schutz zu erfahren. Die Natur einfach von der Leine zu lassen ist daher keine Kulturleistung.

Ganz so einfach lässt sich auch das nicht zuordnen, aber es ist relativ klar, dass wir das eine tun können ohne das andere lassen zu müssen. Soll heißen, dass wir die Verbesserung der Lebensbedingungen jener Menschen, die oft ohne eigenes Verschulden in den prekären Bereich abgerutscht oder dort gestartet sind, anstreben müssen. Die Vergrößerung der Kluft zwischen arm und reich bringt niemandem etwas und vergrößert nur den sozialen Unfrieden. Das heißt auf der anderen Seite aber nicht, dass wir neben Themen wie soziale Gerechtigkeit, Fragen, wie Integration gelingen kann, jene nach neuen Orientierungen und Zielsetzungen vernachlässigen dürfen.

Gerechtigkeit ist kein Einheitsbrei

Es kann durchaus auch einen ästhetischen Wert haben, wenn man mehrere Bälle im Spiel hält. © François Philipp under cc

Die Welt ist nicht gerecht. Das muss einen nicht begeistern und man muss es aus bestimmten Blickwinkeln auch nicht akzeptieren. Man muss noch nicht mal die Begriffe klären, es hilft aber. Es wird immer Unterschiede zwischen den Menschen geben, das ist auch sehr gut so. Was man allen ermöglichen sollte ist ein gerechter Zugang zu den Möglichkeiten von Grundversorgung, Bildung und kultureller Teilhabe. Aber das wird nicht jeder nutzen, zumindest wird es jeder anders nutzen.

Gerechtigkeit ist nicht, sich nach unten zu orientieren und noch auf den letzten zu warten, der gar nicht will, was man selbst will. Gerechtigkeit ist auch nicht der Tanz um die gesellschaftliche Mitte. Die Gesellschaft braucht ihre Ausreißer um Alternativmodelle zu haben, Möglichkeiten zu sehen, um dem Normalen zu entkommen. Man muss wenigstens den Traum haben können, dass es auch anders geht. Ob man es dann anders macht, steht auf einem anderen Blatt.

Glück bedeutet für die Mehrheit, sich an der Mehrheit zu orientieren. Sich selbst zu verwirklichen ist anstrengend, erzeugt Stress. Manchen scheint das nichts auszumachen, den meisten Menschen aber doch. Sie wissen auch nicht, was Selbstverwirklichung eigentlich ist, da sie keine anderen Ziele haben, als sich anzupassen. Das erfüllt sie. Wenn es anders besser wäre, würden es doch alle anders machen, so lautet die bestechende, leider aber auch zirkuläre Logik.

Dennoch gibt es keinen Zwang weiter zu kommen, als man kommt. Obendrein ist ein Leben in permanenter Überforderung nichts, was einem gut tut. Warum also nicht um den Durchschnitt tanzen? Man muss den Durchschnitt nur anders verkaufen – zum Durchschnitt gehören will nämlich kaum jemand –, nämlich so, dass man, so wie man ist, angekommen ist. Mehr geht nicht. Vollkommenheit ist nicht das Ziel. Die Weltsicht der eigenen Blase bekommt einem gerade dann, wenn man die Weltsicht anderer Blasen tatsächlich albern und unattraktiv findet. Wenn man keine Lust mehr hat sich weiter zu entwickeln, wenn die Vertikalspannung erlischt, ist man angekommen. Der schwierige Teil ist der, dass wir das respektieren müssen. Menschen zu einem möglichen größeren Glück zwingen zu wollen, sie zu peitschen und zu verheizen, das ist, wenn man kein Sadist ist, motiviert vom eigenen Traum, den man sich oft genug nicht zu leben traute. Das wäre aber eine eigenes Problem. Denn, wenn jemand dort angekommen ist, wo er sich wohl fühlt, gibt es kaum einen ethischen respektablen Grund, ihm das zu zerstören. Die Projektion eigener Wünsche auf den anderen, der doch eigentlich mehr wollen müsste, ist eben nur das : Projektion.

Bei manchen ist noch Luft nach oben. Die Entwicklung geht bei einigen weiter. Ob das gut oder schlecht ist, ist schwer zu entscheiden, es bleibt eher ambivalent. Auch wenn man angekommen ist, der Traum doch noch mehr haben zu können, er ist verlockend. Kein ganz neues Thema. Das Märchen Von dem Fischer und seiner Frau erzählt bereits davon. Man kann es als Anklage darüber lesen, dass der Mensch den Hals nicht voll kriegt. Wohl dem, könnte man meinen, der bescheiden ist und damit gut klar kommt. Solche Menschen, die alles haben, was sie brauchen, sind im besten Sinne im Leben angekommen.

Das kann man aber nicht per Knopfdruck regeln, man kann sich nicht dafür entscheiden zufrieden zu sein, wenn man es nicht ist. Man könnte es höchstens werden. Manchmal passiert das dann, wenn der Druck nach mehr nachlässt. Man fühlt sich angekommen. Oft genug landet man irgendwo dazwischen. Einerseits ist das Leben nicht schlecht, andererseits fühlt man, dass noch mehr drin wäre. Das ist aber natürlich auch mit Risiken verbunden und so schlecht geht es einem ja dann auch wieder nicht und wer weiß, ob das Wagnis bessere Ergebnisse brächte. Da ist es schön, wenn andere das Wagnis übernehmen und man ein wenig träumen kann. Nicht selten soll es dann aber auch beim Traum bleiben.

So richtig in Leben verwandeln will man das nicht. Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Es ist wieder ambivalent: Man freut sich, wenn andere ausbrechen und man freut sich auch, wenn sie dabei scheitern. Wenn sie eine Bratwurstbude in Spanien aufmachen, Formen der freien Liebe praktizieren oder als Künstler durchs Leben gehen und dabei am Ende auch nicht viel herauskommt. Selten sind wir so mitfühlend, wie in der Situation, wenn jemand hoch hinaus will und böse abstürzt. Er bestätigt die eine Seite in uns, dass es sich eben nicht lohnt. Wir helfen gerne den gefallenen Engel ins echte Leben einzubinden, mit Mitgefühl und etwas Schadenfreude.

Jedoch ist es manchmal auch schön, einen Traum zu haben, der einfach ein Traum bleibt. Damit man weiter träumen kann. Träume haben einen Wert an sich, müssen gar nicht immer wahr werden, sind aber dennoch ein Ruf aus einer anderen Welt der Möglichkeiten.

Die Starken fördern und die Schwachen mitnehmen

Es ist also nicht falsch den Schwachen zu helfen, ein menschenwürdiges Leben zu leben, es ist sogar geboten. Menschenwürdig heißt dabei nicht, sie zu versorgen und gleichzeitig zu demütigen, in bürokratischem Sadismus und unausgesetzten Dominanzgesten, sondern ihm zu ermöglichen, ohne gebrochenes Rückgrat am Leben und am kulturellen Austausch teilzunehmen. Die Möglichkeit sich da zu verweigern inklusive.

Wer zufrieden ist, ist zufrieden, die anderen kann man ruhig etwas piesacken, damit die den Wunsch nach mehr merken, die Vertikalspannung spüren, damit die Entwicklung insgesamt weiter geht. Denn das ist eine gute Idee. Wir Menschen wollen uns ja durchaus etwas von anderen abheben, das ist weder schlecht, noch ehrenrührig. Nicht jeder Individualismus ist gleich narzisstisch oder Schlimmeres. Es ist wenig gewonnen, wenn man vom platten und egozentrischen Individualismus ins Lager des albernsten Kollektivismus wechselt.

Wir brauchen entwickelte Menschen, eben solche, die begreifen können, dass man sich keineswegs, anders als die Regression es verlangt, zwischen zwei Lagern entscheiden muss, sondern jene, die es schaffen mehrere Fäden aufzunehmen und zu verarbeiten. Menschen, die auch in verwirrenden Zeiten möglichst nicht die Orientierung verlieren, vor allem solche, die nicht versuchen, sie durch starke Vereinfachungen wider zu gewinnen.

Wir brauchen keinen Gruppengeist, der immer wieder nur das Kollektiv beschwört – und für die dunkelsten Jahre des 20. Jahrhunderts verantwortlich ist – sondern einen reifen Individualismus, der die Gesellschaft, aus der er kommt, nicht vergisst und vor allem nicht verachtet. Jeder, wie er kann. Es gibt viele Stellen, an denen sich, jeder, der will engagieren kann, die Möglichkeiten und Notwendigkeiten werden in nächster Zeit eher wachsen.

Wenn man sich in einem Bereich engagiert, der einem ohnehin liegt und am Herzen liegt, ist viel gewonnen. Das Ansehen wächst – ein oft unterschätzter Punkt – man bekommt soziale Anerkennung, hat obendrein Spaß an der Sache und übernimmt Verantwortung. Für die Pflege einer Internetseite, eine Straßenecke, einen Baum, eine Rasenfläche oder die Musik im Kiez. Man kann sich um andere Menschen kümmern, für sie einkaufen, sie pflegen, ihnen Zeit widmen, gleichzeitig von ihnen lernen, eine andere Betrachtungsweise, ein anderes Tempo.

Jeder hat Stärken und Schwächen, die einen können mehr übernehmen, die anderen weniger, mehr Fähigkeiten bedeuten mehr Verantwortung, aber mit Anerkennung sollter wir nicht geizen. Wir brauchen keine absoluten Hierarchien zu erstellen, weil das was mehr oder weniger wichtig ist, sich von Fall zu Fall ändert. Wir müssen uns nicht immer entscheiden, aber auch nicht immer alles können. Jeder und jede hat Stärken auf bestimmten Gebieten. Manchmal werden die Fähigkeiten des Spezialisten gebraucht, dann wieder mehr die des Generalisten, mal braucht man Theoretiker, mal Praktiker.

Die Welt wird komplexer, es wird schwieriger, sie zu durchschauen. Wenn wir Teilgebiete und Ganzheiten nicht gegen einander ausspielen, ist viel gewonnen. Lassen wir uns die Möglichkeit unsere Fähigkeiten zu finden und zu entfalten, dass hilft dem Ganzen, dadurch, dass wir ganz zu uns kommen. Ein weiterer der vielen Gründe dafür, warum wir uns nicht immer entscheiden müssen.