Wir sind nicht machtlos

Alt und jung finden oft spielend zusammen. © Michael Beat under cc

Wir sind inmitten von Veränderungen in vielen Bereichen des Lebens. So segensreich das Internet sein kann, Cyberkriminelle finden hier immer wieder Einfallstore und haben Zugriff auf die Infrastruktur des Landes, können Krankenhäuser oder die Bürokratie ganzer Städte ausschalten. Politische Einflussnahmen und Cybermobbing sind weitere Probleme, zugleich aber auch eine Datensammelwut und das Erstellen von Profilen. Privater Schutz ist nahezu unmöglich und wenn der Verzicht auf Privatsphäre als das neue Normal angesehen wird, ist der Schaden irreparabel. Vermutlich sind wir auch da nicht machtlos, es wird die Zeit kommen, wo sich die ersten der Onlinekultur mehr oder weniger komplett verweigern.

Doch in anderen Bereichen haben wir heute schon mehr Einfluss als wir denken. Ein Thema der ganz nahen Zukunft wird mit einem der Gegenwart verschmelzen. Das Rentenloch. Immer mehr alte Menschen, werden bald schon immer weniger Geld bekommen. Zugleich werden sie statistisch vielleicht nicht mehr älter, aber in etwa gleich alt wie heute, also ziemlich alt. Die Pflegesituation ist heute schon schlecht, sie wird nicht besser werden, weil keinerlei wirklich durchgreifenden Maßnahmen geplant sind.

Gleichzeitig haben diese in relativer Armut lebenden Menschen aber auch immer weniger eigene Kinder, die sich um sie sorgen. Armut, Pflegenotstand und Vereinsamung reichen sich die Hände, der Staat wird das nicht auffangen. Man kann nun jammern, aber das macht es nicht besser. Ein anderer Weg ist, sich zu organisieren und damit nicht erst anzufangen wenn man 78 Jahre alt ist, sondern bedeutend eher. In dem man sich fragt, wie, wo und mit wem man heute schon zusammen leben will.

Dabei ist der Kreativität und Eigenregie unter denen, die zusammen ziehen, keine Grenze gesetzt. Wenn die Menschen in diesem Verbund mit Lust zusammen leben, so dass man nicht nur auf ein alternatives Absicherungsmodell peilt, werden sich auch jüngere Menschen einfinden und bleiben und es kann eine Gemeinschaft entstehen, in der Alt und Jung einander unterstützen. Der reale Druck wird dafür sorgen, dass immer mehr dieser neuen Wohnmodelle entstehen und positiv miteinander konkurrieren und kooperieren.

Gut denkbar, dass man sich annähernd geldfrei unterstützt, vielleicht weniger als früher durch eine gemeinsame Ideologie verbunden, als durch ein Gutwilligkeit, sich wechselseitig zu helfen und besser zu leben als es die Jahre zuvor gelang.

Wie können wir einander helfen?

Es wäre schön, wenn sich die Kompetenzen der einzelnen Mitglieder ergänzen und man von den Erfahrungen der Alten ebenso profitiert, wie vom Elan und Idealismus der Jugend. Die Ideen entstehen gerade und es gibt mehr Menschen, die beginnen anders zu leben. Das kann im kleinen, mittleren und großen Bereich entstehen, vielleicht erst mal dort, wo man selbst leicht etwas verändern kann.

Es scheint so zu sein, dass die in Leben umgesetzten Ideen sich oft wechselseitig ergänzen. Bestimmte Ideen gut zu finden, ist das eine, sie in irgend einer Form auf die Straße zu bringen, ist das andere. Die Not könnte uns dahin bringen, das was man irgendwie gut findet dann auch zu tun und aufrecht zu erhalten. Wenn alte und junge Menschen zusammen leben und einander helfen wollen, kann das im städtischen oder dörflichen Umfeld geschehen. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Beispiel Müll

Wir ersticken im Müll. Überall im Meer ist Nanoplastik zu finden. Wenn wir etwas ändern wollen, ist Müllvermeidung ein wichtiger Weg. Die Produkte des Alltags werden aktuell aber immer schneller und billiger produziert, so dass die Waschmaschine, die 30 Jahre hält, kaum mehr existiert. Heute wird auf der anderen Seite wieder drauf geachtet, dass man Elektrogeräte reparieren kann, dass man gutes Sachen aus zweiter Hand bekommt und das was gut funktioniert, einfach lange behält. Einfache Mittel, die Geld sparen, wie auch der Tausch oder regionale Ringe oder Stadtbibliotheken, in denn man sich Haushaltsgeräte, die man nur einmal in drei Jahren braucht einfach ausleihen kann.

Dazu kommt ein wachsendes Netz von Unverpackt- oder Hofläden, die Müll von Anfang an vermeiden.

Die unpopulären Themen: Migration und innere Sicherheit

Nicht wenige Menschen haben Sorgen beim Thema der inneren Sicherheit. Oft wird das verbunden mit den Thema der Migration. Die Jugend, ist hier oft schon entspannter, aber wir sind ein alterndes Land. ‘Respekt’ ist ein Begriff, den die Jugend immer wieder einfordert und mitunter lebt. Das Konzept der grundlegenden Achtung vor dem anderen etwas, was wir uns alle abschauen können. Doch es sollte auf Wechselseitigkeit beruhen.

Wenn wir etwas ändern wollen, sind klare Regeln des Zusammenlebens, ausgehandelt am besten von allen, die hier zusammen leben eine sehr gute Option. Sie strukturieren unsere Leben und haben das Potential Rassismus und Misstrauen gegen latent rassistische Einstellungen dadurch abzubauen, dass man gemeinsam formuliert, wie man zusammen leben möchte. An diesen Regeln kann jeder sich und seine Mitmenschen messen und wer so lebt, wie wir alle das wollen, ist einer von uns.

Finden, was wir gerne machen, das dann beruflich oder als Teil einer Gemeinschaft tun und von einander profitieren und einander im beruflichen und weiteren Alltag erleben, das baut Missverständnisse ab und gibt jedem die Möglichkeit in einem Bereich zu agieren, der mit Sinn und Lust erfüllt ist, das eigene Leben und das anderer bereichernd.

Vermutlich müssen wir Modelle entwickeln, die außerhalb des üblichen Rahmens liegen und dürfen nicht auf die Politik warten, die derzeit selbst in der Krise ist und manchmal so erscheint, als sei sie eher Teil des Problems, als ein Teil der Lösung. Wenn Sie Projekte dieser Art kennen, die Ihrer Meinung nach gelingen, schreiben Sie uns.

Ansonsten lassen Sie uns gemeinsam einfordern, klarer als bisher über effektive Schritte, in eine gelingende Zukunft informiert zu werden.